Harthausen_1200_Haradhusun_RGB_klein

Harthauser Ortsvereine e.V.

gegründet 2009

in den 50er Jahren

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2010

Aus der Entstehungszeit von Harthausen

Erste urkundliche Erwähnung

Die erste urkundliche Erwähnung von Harthausen am 6. Januar 814 belegt eine Schenkung des Priesters Starcholf und des Diakons Hatto zu Haradhusun an das Hochstift zu Freising. Schenkungen wurden gemacht, um das Seelenheil zu erlangen und unterm Schutz des Bischofs in dieser Gegend zu leben.

    Text derTradierungsurkunde:

    Schenkung des Priester Starcholf und des Diakons Hatto zu Haradhusun

    Bericht von der Übergabe, welche der Priester Starcholf und der Diakon Hatto (Atto) gemacht haben. Was immer sie hatten in den genannten Orten zur Perke (Berg am Laim), Phumare (Pframmern), Haradhusun (Harthausen), Prunnun (Hohenbrunn) übergaben sie von Anfang an ganz der Kirche der heiligen Maria zu Frigisinga (Freising) in die Hände des Bischofs Hitto ausgenommen sechs Äcker und Wiesen von zwei Fudern. Sie machten diese Übergabe in der Absicht, dass ihnen erlaubt sei, diese Sache lebenslänglich als Lehen des Bischofs zu haben. Nach ihrem Verscheiden möge sie ohne irgendeinen Widerspruch der Kirch der heiligen Maria verbleiben.

    Da sind die Zeugen: Graf Wago, dessen Sohn Werinheri, Engilhart, Pernolf, Recho, Fruminc, Urolf, Heriperht, Hisker, Hiltiperht, Adlager, Kernand, Engilrih, Wilipato.

    Dies sind die Namen der Leibeigenen, die sie selbst übergeben haben: Adolcoz, Madalolf, Poazolf, Oadalaheri, Zeizo, Lantheri, Keruuat, Ratdrud, Swanahilt.

    Geschehen ist das am 6. Tage vor den Iden des Januar im 14. Jahr der allerglorreichsten Regierung des Kaiser Karls im 6. Steuerjahr.

    Ich, der unwürdige Diakon Tagibertus, habe diese Urkunde  auf Anweisung des Bischofs der Kirche geschrieben.

 

Wer war Starcholf und seine Familie?

Die Besitzgeschichte um Ebersberg zeigt, dass die Familie Starcholf als die älteste historisch fassbare Adelslinie der Ebersberger anzusprechen ist. In den Orten Niclasreuth und Aßling ist diese Sippe bereits seit dem Einsetzen der ersten urkundlichen Nennung nachzuweisen. Für die Starcholf Familie ergeben sich enge Verbindungen zu den Wilhelminern, den Huosi, den Agilolfingern und zu anderen Grundherren im Ebersberger Raum.
Im Falle Harthausen (und Möschenfeld) ist anzunehmen, dass die Tradenten Starcholf und sein Verwandter Pepo für würdig befunden wurden, als ehemalige Grundherren dieses Grafenamt innezuhaben.
Harthausen und Möschenfeld waren Teile dieses “Grafenamtes Starcholf”. So bestätigt der Ortsname “Haradhusun”, dass ein festes Haus eines “Adeligen” hier stand. In dieser Zeit wurde auch Harthausen, das älteste Dorf in der Gemeinde Grasbrunn, an den Bischof (Hitto) von Freising gebunden.

Neben der urkundlichen Erwähnung eines Dorfes im alt-bayerischen Raum lassen sich auch bestimmte Erkenntnisse aus dem Ortsnamen selbst ableiten:

Deutung des Wortes - “Harthausen bzw. Haradhusun”

  • Harald = Hart: Präfix Wald, der für Weide genutzt wird
  • husun = husum: Suffix Haus “festes, mit Steinen gebautes Haus eines Höhergestellten, eines Grundherren”
  • Hieraus lässt sich folgendes schließen: In der Zeit des Landausbaues (8. - 9. Jh.) war das Suffix “husun, hausen” üblich, also Harthausen dürfte in dieser Zeit gegründet worden sein. Außerdem war es Wohnsitz eins Grundherrn/Ministerial, der in dieser Gegend vermutlich sein Weiderecht hatte. Die Schenkungsurkunde von 814 bestätigt vorstehende Ableitung.

Quelle und mehr dazu: “Unser Dorfleben” - 1180 Jahre Harthausen

 

Weitere Geschichte

Wann die ersten Siedler in Haradhusun ihre Hütten aufbauten, ist nicht bekannt. Es war mit Sicherheit eine sehr karge Heidelandschaft auf der Schotterebene. So war es bestimmt nicht einfach, sich in dieser Landschaft zu ernähren und ausreichend Wasser zu finden. Die Ernährung der Familie das ganze Jahr über, aber besonders den Winter durch, war wohl die Hauptsorge der damaligen Harthauser.

Einige Jahre nach der Erwähnung von Haradhusun schenkte der Grundherr Pepo am 19. August 819 den dritten Teil seines Erbguts zu Meskilinfeld an den Bischof Hitto von Freising.

So ist Harthausen und Möschenfeld eng mit dem Bischofssitz in Freising verbunden.

Die erste Erwähnung der Kirche in Harthausen ist in den Conradinschen Matrikeln aus dem Jahr 1315 zu finden. Darin ist zu lesen „Die Pfarrei Zorneding gehört zum Dekanat Egmating und hat 7 Filialen: Pöring, Neukirchen, Buch, Jlching, Wolfersberg, Harthausen und Möschenfeld.“ Die Kirche war damals viel kleiner und hatte einen kleinen Turm über dem Altarraum. Einen weiterem Hinweis auf die Möschenfelder Kirche gibt uns der Ablassbrief von Papst Eugen dem IV. vom Jahre 1443. Möschenfeld wurde bis 1595 von den Benediktinern des Klosters Ebersberg verwaltet. Über die Höfe in Harthausen erhalten wir erste Informationen aus dem Feuerstättenverzeichnis von 1454. Es werden darin die Besitzer der 15 Höfe und die Grundherrn bzw. Klöster genannt zu denen sie abgabenpflichtig waren.

Aus dem Kuchelholzbuch von 1500 ist zu entnehmen, wie viel die Harthauser Bauern an Brennholz zur Hofkuchl nach München liefern mussten. Bei diesem Dienst handelte es sich um eine Scharwerksleistung gegenüber dem Herzog. Aus dieser Zeit konnten auch aus Briefprotokollen des Staatsarchivs interessante Daten über die Besitzungen in Harthausen und Möschenfeld entnommen werden.

Ab 1620 sind in den Matrikelbüchern des Pfarrarchivs in Zorneding umfangreiche Daten über Hochzeiten, Geburten und Sterbefälle zu finden. Sie geben Einblick in die verschiedenen Generationen der Harthauser Familien. Erst 1875 übernahmen die Gemeinden mit ihren Standesämtern diese Aufzeichnungen.

Aus der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart

Grasbrunn Wappen1813 wurde Harthausen mit dem Ortsteilen Möschenfeld und Grasbrunn eine eigene Gemeinde.
Bereits 1818 erfolgte eine Neugliederung der Gemeinden. Dabei wurde Grasbrunn Gemeindesitz und Harthausen wurde zugegliedert. 1907 wurde abermals eine Trennung zwischen Grasbrunn und Harthausen verfügt, die dann im Zuge der Gebietsreform 1978 erneut zu einer Gesamtgemeinde Grasbrunn zusammengefasst wurde.
Harthausen ist heute eine solide gewachsene Ortschaft mit nahezu 1.000 Einwohner und einer schwach ausgeprägten Infrastruktur.

Die Offenheit der Dorfgemeinschaft nimmt Neubürger gerne auf und integriert sie in ein lebendiges Vereinsleben..

Geschichte in Wort und Bild

Der Harthauser Heimatkreis hat in den letzten 20 Jahren so einiges über die 1200 jährige Geschichte von Harthausen zusammengetragen und wird dies in einem zweiten Buch zur Ortschronik veröffentlichen.


Am 19. Juli 2014 wird der Heimatkreis im Bürgerhaus Harthausen dieses zweite Buch zur Ortschronik vorstellen. Zu beziehen ist dieses dann beim Heimatkreis, bei der Gemeinde Grasbrunn sowie am Festwochenende

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10.05.2014